"Handicap International verurteilt die Entscheidung der Biden-Regierung, Streubomben an die Ukraine zu liefern. Streubomben gehören zu den gefährlichsten Waffen für die Zivilbevölkerung. Sie sind willkürlich und stellen ein grosses Risiko dar, da sie noch lange nach dem Ende des Konflikts Opfer fordern können. Seit 40 Jahren setzen wir uns für die Opfer und Überlebenden von Landminen und Streubomben ein. Für uns ist das Problem in erster Linie ein humanitäres: Abgesehen davon, dass die Streubomben Zivilist:innen töten, behindern sie den Zugang vieler humanitärer Akteure, was sich auf die notwendige Lieferung von Hilfsgütern für die Zivilbevölkerung in der Ukraine auswirkt." Daniel Suda-Lang, Geschäftsleiter von Handicap International Schweiz
Mediensprecher: Daniel Suda-Lang steht für Interviews auf Deutsch und Französisch zur Verfügung.
Seit 2014 haben die russischen Streitkräfte in der Ukraine intensiv Streubomben eingesetzt und damit den Tod und die Verletzung von Hunderten Zivilist:innen verursacht und unermessliche Schäden an lebenswichtiger ziviler Infrastruktur angerichtet. Mindestens dreimal wurde auch der Einsatz dieser Waffen durch die ukrainischen Streitkräfte gemeldet.
Was sind Streubomben?
Streubomben bestehen aus einem Behälter, der mit mehreren Bomblets gefüllt ist. Wenn sie abgefeuert werden, öffnet sich der Behälter während des Fluges, sodass die Bomblets freigesetzt und über ein grosses Gebiet verteilt werden. Nicht alle Bomben sind so konstruiert, dass sie beim Aufprall explodieren. Einige sind mit einem Zeitzünder ausgestattet, der auf Stunden, Tage oder sogar Monate eingestellt werden kann. Dies stellt ein zusätzliches Risiko dar, denn wenn sie nach einer vorprogrammierten Zeit oder durch die Selbstzerstörungsfunktion explodieren, können Zivilpersonen durch die Fragmentierung verletzt oder getötet werden. Aufgrund ihrer grossflächigen Wirkung und der Tatsache, dass Blindgänger noch lange nach Beendigung eines Konflikts gefährlich sein können, sind Streubomben willkürliche Waffen.
Streubomben: durch das Oslo-Übereinkommen verbotene Waffen
Jeder einzelne Einsatz von Streubomben hat direkte und indirekte Folgen, und die Kontamination durch ihren Einsatz wird das Leben der ukrainischen Bevölkerung noch jahrzehntelang beeinträchtigen. Deswegen sind mittlerweile 123 Staaten dem Oslo-Übereinkommen beigetreten, das den Einsatz, die Herstellung, die Weitergabe und die Lagerung von Streumunition verbietet.
Mediensprecher: Daniel Suda-Lang steht für Interviews auf Deutsch und Französisch zur Verfügung.
Pressekontakt:
Pauline Wilhelm
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